Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung für den Handwerkskammerbezirk Aachen

Naturwerksteinmechaniker/-in

Naturwerksteinmechaniker/innen der Fachrichtung Steinmetztechnik stellen Bauelemente, Einrichtungs- und Ausstattungsobjekte sowie gestalterische Erzeugnisse aus Naturwerkstein her. Sie trennen, behauen, schleifen und polieren die Steine, führen Einlege- und Oberflächenschutzarbeiten aus, montieren Werkstücke und Bauteile vor Ort und beheben Beschädigungen.

 

Die Ausbildung im Überblick
Naturwerksteinmechaniker/in der Fachrichtung Steinmetztechnik ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf in der Industrie.

 

Aufgaben und Tätigkeiten kompakt
Naturwerksteinmechaniker/innen der Fachrichtung Steinmetztechnik wählen Steine aus und spalten, behauen, schleifen und polieren sie, bis sie die gewünschte Form und Oberfläche besitzen. Sie verarbeiten Natursteine zu Platten, Fliesen und Bauelementen oder zu gestalterischen Objekten wie Grabmälern, Säulen oder Denkmälern. Außerdem führen sie Einlegearbeiten aus und imprägnieren die Oberflächen von Natursteinen, um sie vor Witterungs- und Umwelteinflüssen zu schützen. Sie montieren Natursteinfassaden sowie massive Bauelemente, verlegen Natursteinbeläge, bauen Treppen und führen Reparaturarbeiten an Natursteinbauteilen aus.

 

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?
Naturwerksteinmechaniker/innen der Fachrichtung Steinmetztechnik stellen Bauelemente, Einrichtungs- und Ausstattungsobjekte sowie gestalterische Erzeugnisse aus Naturwerkstein her. Sie trennen, behauen, schleifen und polieren die Steine, führen Einlege- und Oberflächenschutzarbeiten aus, montieren Werkstücke und Bauteile vor Ort und beheben Beschädigungen.
Marmor, Granit und Sandstein
Marmor aus Carrara in Italien, Granit aus Südafrika oder Sandstein aus Deutschland – Natursteine werden in aller Welt abgebaut, sind wertvoll und vor allem einzigartig: Denn jeder Stein hat seine eigene Farbzeichnung, Maserung oder Struktur. Die Naturwerksteinmechaniker/innen fertigen daraus z.B. Fliesen, Skulpturen oder Grabsteine. Für Sonderformen wie spezielle Profile, gewölbte Flächen, Rundungen und Säulen erstellen sie Schablonen.
Je nach Auftrag und Kundenwunsch wählen sie zunächst eine geeignete Steinart aus und achten dabei auf Farbe und Maserung. Anhand von Skizzen und Bau- und Werkzeichnungen sowie Absprachen mit den Kunden bearbeiten sie die Gesteinsblöcke und -platten und bringen sie in die geforderte Größe und Form. Mit häufig computergesteuerten Steinsägen und -fräsen schneiden sie die Natursteinblöcke auf Maß zu und bearbeiten die Flächen und Kanten mit Schleif- und Poliermaschinen. Dabei gehen sie sehr umsichtig vor und halten die Sicherheits- und Arbeitsschutzvorschriften exakt ein. Auch mit den unterschiedlichsten Handwerkzeugen gehen sie geübt um und erzeugen z.B. mit Stock-, Scharrier- und Riffeleisen spezielle Oberflächeneffekte. Je nach Gesteinsart und Verwendungszweck polieren und imprägnieren Naturwerksteinmechaniker/innen die Natursteinobjekte anschließend, um diese vor Verschmutzung und Witterungseinflüssen zu schützen.
Obwohl Gabelstapler, Kräne, Bauaufzüge und andere Fördermittel den Transport der schweren Werkstücke erleichtern, ist die Arbeit auch körperlich anstrengend, denn Naturwerksteinmechaniker/innen heben die schweren Marmorplatten zum Teil auch manuell an. Bei den Bearbeitungsgängen kommt es darüber hinaus zu Maschinenlärm, Staub und Steinsplittern. Deshalb ist entsprechende Schutzkleidung wichtig.
Im Naturwerksteinfassadenbau legen sie anhand von Montageplänen Messpunkte fest, fertigen Unterkonstruktionen an und montieren Verankerungs-, Verbindungs- und Befestigungsmittel. Schließlich bringen sie Dämmstoffe an und befestigen die vorgefertigten Platten. Dabei arbeiten sie auf Leitern und Gerüsten, wo sie sich schwindelfrei bewegen müssen.
In Stein gemeißelt
Naturwerksteinmechaniker/innen der Fachrichtung Steinmetztechnik fertigen außerdem Einlegearbeiten (Intarsien) an. Hierbei meißeln sie musterartig angelegte Vertiefungen in den Stein, in die sie andersfarbige Steine so einsetzen, dass diese bündig mit der Oberfläche abschließen. Mit Graviermaschinen und Schrifthämmern fertigen sie nach Kundenwunsch zudem Inschriften, Symbole oder Zeichen, vor allem für Grab- und Gedenksteine. Dabei sind kreative Ideen ebenso gefragt wie handwerkliches Geschick.
Sind alle Arbeiten abgeschlossen, kontrollieren sie mit Mess- und Prüfgeräten, ob alle Maße eingehalten wurden und ob es Abweichungen von der gewünschten Form gibt. Naturwerksteinmechaniker und -mechanikerinnen der Fachrichtung Steinmetztechnik bessern zudem Natursteinobjekte aus, reinigen und pflegen sie. Hierbei kommen mechanische sowie chemische Verfahren oder – schonender – spezielle Lasersysteme zum Einsatz. Schließlich sollen Marmorstatuen oder barocke Brunnenanlagen möglichst lange erhalten bleiben.

 

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • Naturwerksteine nach fertigungstechnischen und gestalterischen Gesichtspunkten auswählen und für die Bearbeitung bereitstellen
    • Naturwerksteine für den vorgesehenen Verwendungszweck durch optische Prüfung auswählen, z.B. Farb- und Texturunterschiede sowie Materialfehler berücksichtigen
    • Rohblöcke, Tranchen oder Rohplatten für die Bearbeitung auswählen, auf Fehler überprüfen und an den Bearbeitungsplatz transportieren
    • Naturwerksteine und Hilfsstoffe fachgerecht transportieren und lagern
    • Werkstücke für die Bearbeitung aufbänken, einrichten und befestigen
  • Naturwerksteinobjekte wie Elemente für Naturwerksteinfassaden, Naturwerksteinbeläge oder massive Bauelemente herstellen, Einlegearbeiten ausführen, gebogene Flächen, Profile und andere Sonderformen herstellen
  • Naturwerksteine mit handgeführten Maschinen und Handwerkzeugen bearbeiten
  • Werkstücke zusammenfügen, z.B. Bauteile montieren, Verbindungen herstellen bzw. mehrteilige Werkstücke zusammensetzen
  • Naturwerksteinfassaden und massive Bauelemente montieren, Naturwerksteinbeläge verlegen
    • Untergründe beurteilen, Messpunkte anlegen, Unterkonstruktionen und Befestigungsmittel montieren, Dämmstoffe anbringen, Fassadenplatten montieren
    • Einbau- oder Versetzarbeiten auf der Baustelle ausführen, Naturwerksteine anpassen und ggf. ausbessern, z.B. nachschleifen, polieren, kitten oder Vierungen (passgenaue Natursteinstücke) einsetzen
  • Beschädigungen an Naturwerksteinobjekten beheben
  • Naturwerksteinobjekte reinigen
  • Oberflächen z.B. mit chemischen Mitteln behandeln oder einblechen, um sie vor Witterungs- oder Umwelteinflüssen zu schützen
  • Skizzen und Zeichnungen anfertigen, nach technischen Unterlagen arbeiten
  • Werklisten aufstellen, ausfüllen und ergänzen, hinsichtlich des Material- und Maschineneinsatzes auswerten
  • Maschinen, Maschinenwerkzeuge und Anlagen für die Steinbearbeitung rüsten, bedienen und warten
    • Maschinenwerkzeuge und automatisch betriebene Maschinen und Anlagen entsprechend der gewählten Bearbeitungstechniken rüsten, einrichten und bedienen die zugehörigen
    • Mess-, Regel-, Steuerungseinrichtungen bedienen und überwachen, Bearbeitungsparameter eingeben
    • Verschleißteile auswechseln sowie Reinigungs- und Instandhaltungsmaßnahmen gemäß den Plänen und Anleitungen zur Maschinenwartung ausführen
  • Kundenberatung

 

Quelle: Berufenet