Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Euskirchen

Wärmepumpe als Schlüsseltechnologie der Energiewende

EUSKIRCHEN, 9. Oktober 2025 – Wärmepumpe, Heizungsgesetz, Förderung, Effizienz – kaum ein Thema bewegt Hausbesitzer derzeit stärker. Um Licht ins Dickicht technischer und politischer Fragen zu bringen, luden die Stadt Euskirchen, das Öko-Zentrum NRW und die Innung Sanitär-Heizung-Klima Euskirchen zu einem Informationsabend rund um den Heizungstausch ein.

Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Obermeister Thomas Rendenbach, der die Wärmepumpe als „praktisch erprobte Zukunftstechnologie“ vorstellte – und dabei mit Fachwissen und klaren Worten für Orientierung sorgte.

 

Klartext zu Technik und Praxis

Rendenbach verstand es, komplexe Technik greifbar zu machen.

„Das Prinzip ist simpel – im Grunde arbeitet die Wärmepumpe wie ein Kühlschrank, nur in umgekehrter Richtung“, erklärte er. Über vier Hauptkomponenten – Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil – wird Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Wasser in Heizenergie umgewandelt.

Moderne Systeme erreichen Leistungszahlen von bis zu 5:1 – eine Kilowattstunde Strom liefert bis zu fünf Kilowattstunden Wärme.

„Das ist keine Zukunftsmusik, das funktioniert heute zuverlässig – Tag für Tag, in tausenden Anlagen in Betrieb“, so der Obermeister.

 

Planung statt Blindflug

Ein Schwerpunkt seines Vortrags lag auf der fachgerechten Planung.

„Die Wärmepumpe ist kein Gerät, das man einfach anschließt und laufen lässt. Ohne exakte Heizlastberechnung, passenden Pufferspeicher und hydraulischen Abgleich wird kein System effizient arbeiten“, stellte Rendenbach klar.

Er betonte, dass die Auswahl der passenden Wärmepumpenart immer objektspezifisch erfolgen müsse. Luft-Wasser-Systeme seien aufgrund ihrer Installationsfreundlichkeit weit verbreitet, Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen böten bei geeigneten Voraussetzungen jedoch noch höhere Effizienzpotenziale.

 

Investition mit Perspektive

Auch die Wirtschaftlichkeit kam nicht zu kurz. Zwar sei der Einstiegspreis höher als bei fossilen Heizsystemen, doch Betriebskosten und Förderprogramme (BAFA, KfW) relativierten dies schnell.

„Wer in eine Wärmepumpe investiert, entscheidet sich für Unabhängigkeit, Stabilität und Klimaschutz – nicht für Kompromisse“, fasste Rendenbach zusammen.

Bei Nutzung von Ökostrom arbeiteten die Systeme nahezu CO₂-neutral – ein entscheidender Schritt hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung.

 

Fachhandwerk als Umsetzer der Wärmewende

Das große Interesse der Besucherinnen und Besucher zeigte, wie hoch der Informationsbedarf ist. Nach dem Vortrag nutzten viele die Gelegenheit, sich direkt am Stand der Innung mit Fachbetrieben auszutauschen. Der offene Dialog wurde von allen Seiten als bereichernd empfunden – praxisnah, realistisch und ohne technische Überforderung.

 

Fazit

Der Abend machte deutlich: Die Wärmepumpe ist keine Zukunftsvision mehr, sondern längst Teil des Alltags im SHK-Handwerk. Entscheidend ist nicht die Technik allein, sondern deren fachgerechte Umsetzung.

Mit Veranstaltungen wie dieser zeigt die Innung Euskirchen, dass sie Verantwortung übernimmt – als Bindeglied zwischen Politik, Fachhandwerk und Bürgern.

Kompetent, klar, praxisnah – genau dort, wo Energiewende Realität wird.

 

Unser Foto zeigt von links: Thomas Rendenbach (Obermeister der SHK-Innung Euskirchen)und Falk Binner (Innungsmitglied und Kassenprüfer der SHK-Innung Euskirchen)

 

Teilen
Teilen