Vereinigte Kreishandwerkerschaft Düren-Euskirchen-Heinsberg

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Handwerk und die neue Normalität

Fachkräftesicherung, Materialengpässe und Preissteigerungen, Klimaschutz und Dekarbonisierung – die Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen. Mittelfristig braucht es Entlastungen und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, damit die Betriebe den Übergang in die „neue Normalität“ schaffen können. Doch wie sieht diese „neue Normalität“ eigentlich aus? Welche Chancen ergeben sich gerade für das Handwerk und wie müssen die Rahmenbedingungen aussehen? Diese Fragen stehen im Fokus des ZDH-Forums „Handwerk und die neue Normalität“ am 9. März auf der ZUKUNFT HANDWERK in München.

„Deutschland muss sich bewegen, wenn es erfolgreich bleiben will – aber das gilt gleichermaßen für die Unternehmen. Genau jetzt müssen die richtigen Weichen gestellt werden, damit unser Land und die Handwerksbetriebe in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben. Spätestens seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs ist uns schmerzlich klar geworden: Der Erfolg und die Stärke Deutschlands und Europas ist keine Selbstverständlichkeit“, betont Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), beim ZDH-Forum „Handwerk und die neue Normalität – Chancen und Herausforderungen“ im Rahmen der ZUKUNFT HANDWERK am Donnerstag in München.

Vieles, was lange als normal galt, sei genau das nicht mehr. „Entscheidend ist, dass wir diese ‚neue Normalität‘ annehmen, die Herausforderungen angehen und die Zukunft des Handwerks mit Mut und Entschlossenheit selbst gestalten“, so Dittrich. Für mehr Tempo muss die Politik überfällige Strukturreformen schnell anpacken und für die passenden Rahmenbedingungen sorgen, damit der Übergang in die ‚neue Normalität‘ für die Betriebe auch gelingen könne.

Welche Chancen und Herausforderungen sich mittel- und langfristig für das Handwerk und den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt ergeben, erläutert Prof.(hon) Dr. Michael Heise, Honorarprofessor der Goethe-Universität Frankfurt/Main und ehemaliger Chefvolkswirt der Allianz, in seinem Vortrag „Was ist die neue Normalität?“. Entscheidende Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Betriebe seien Diversifizierung und Resilienz: „Es gibt Handlungsbedarf auf der unternehmerischen Ebene, aber auch weitreichenden Reformbedarf in der Politik, um den Standort Deutschland attraktiv und die Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Die Handwerksbetriebe selbst müssen alles tun, um in der ‚neuen Normalität‘ mit oft unvorhersehbaren Ereignissen wirtschaftlich rentabel und zugleich auch möglichst widerstandsfähig zu bleiben“, so Heise.

Die Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main Susanne Haus sieht die Betriebe für die ‚neue Normalität‘ gut aufgestellt: „Die Betriebsinhaberinnen und -inhaber sind stark gefordert, doch wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen, bin ich davon überzeugt, dass sich das Handwerk den Aufgaben stellen und mit hohem persönlichem Einsatz auch zukünftige Krisen meistern wird.“

Dass die politischen Rahmenbedingungen stimmen müssen, bekräftigt ZDH-Präsident Dittrich in Richtung der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Verena Hubertz: „Die Betriebe sind gleichzeitig im Modus der Krisenbewältigung wie der Zukunftsgestaltung. Genau das erwarten wir auch von der Politik“.

„Wir sind Mittelstandsland und das Land der anpackenden Menschen. Wir zählen auf das Handwerk und daher hat das Handwerk unsere volle Unterstützung“, so Hubertz während der Podiumsdiskussion.

Der Handwerkspräsident pocht darauf, neben dem entschlossenen Bürokratieabbau die Finanzierung der Sozialsysteme grundlegend zu reformieren und zukunftsfit zu machen. Und bei all dem müsse Politik dem Megathema Fachkräftesicherung die Priorität einräumen. „Die Fachkräftesicherung im Handwerk ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nicht nur das Handwerk, auch die berufliche Bildung und vor allem all die jungen Menschen, die sich für eine Ausbildung entscheiden, verdienen mehr Wertschätzung. Sonntagsreden gab es genug. Die Politik ist jetzt gefordert, die Bildungswende schnell umzusetzen“, fordert Dittrich.

Über die ZUKUNFT HANDWERK und die IHM 2023

Das neue Veranstaltungsformat ZUKUNFT HANDWERK vom 8. bis 10. März 2023 im ICM München ist live und online erlebbar und bietet in über 50 Sessions alle Inhalte, die heute und morgen im Handwerk wichtig sind. Ergänzt werden Bühnenprogramm und Netzwerkmöglichkeiten durch Abendveranstaltungen und handwerkspolitische Formate, unter anderem das ZDH-Forum zum Thema „Handwerk und die neue Normalität“ sowie das Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft.

Die Internationale Handwerksmesse (IHM) findet mit geschärftem Profil als Endverbrauchermesse parallel statt. Vom 8. bis zum 12. März 2023 steht das Messegelände München ganz im Zeichen von Bauen, Sanieren und Modernisieren. Aber nicht nur: Mit der „Handwerk & Design“ ziehen Handwerkskunst und Kunsthandwerk mit ein, mit der Garten München wird es grün, und die FOOD & LIFE bringt kulinarische Highlights in die Messehallen.

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Bild: GHM

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