Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe Innung Düren-Jülich

Wie kann ich Sprit sparen?

Tanken macht zurzeit wenig Spaß. Einen 50-Liter-Tank zu befüllen, kostet über 100 Euro. Alle, die auf das Auto angewiesen sind, suchen nach Auswegen, mit einer Tankfüllung möglichst lange unterwegs sein zu können. Folgende Tipps helfen dabei.

Das größte Sparpotenzial sitzt hinter dem Lenkrad. Die Fahrweise entscheidet über 50 Prozent Mehr- oder Minderverbrauch. Dabei hat sparsames Fahren nichts mit Schleichen zu tun, im Gegenteil: Nur wer flüssig fährt, fährt günstig. Also den Verkehr lesen lernen, vor roten Ampeln rechtzeitig vom Gas gehen und beim Beschleunigen die Gänge nicht hochziehen, sondern früh schalten, spätestens bei 2000 Umdrehungen pro Minute. Das schadet dem Motor nicht, auch wenn im Internet oft etwas anders behauptet wird. Automatikgetriebe bieten oft ein Eco-Programm, auch das hilft beim Sparen.

Staus vermeiden. Denn Stillstand treibt den Verbrauch nach oben. Also alternative Routen überlegen und ein modernes Navi nutzen. Echtzeit-Verkehrsdaten führen an den Verkehrsstockungen vorbei. Oft hilft es auch, etwas früher oder später zu fahren, um den Pendlerstaus zu entgehen.

Fahrten vermeiden. Man sollte vor jeder Fahrt überlegen, ob diese überhaupt nötig ist oder sich vielleicht mit einer anderen kombinieren lässt.

Start-Stopp-Automatik nutzen. Seit etwa 15 Jahren sind immer mehr Autos mit dieser Technik ausgestattet. Aber viele Fahrer schalten sie aus, weil sie Schäden an Motor, Anlasser und Batterie befürchten. Doch diese Sorgen sind unbegründet. Denn die Aggregate sind dafür ausgelegt. Und wegen der aktuellen Spritpreise fällt die Einsparung mit Start-Stopp noch erheblich höher aus.

Wer diese Technik nicht zur Verfügung hat, nutzt den Zündschlüssel. Bei warmem Motor ist die Belastung für Anlasser und Batterie gering, ab 20 Sekunden lohnt sich das manuelle Abstellen.

Stromverbrauch senken. Der Strom im Auto ist nicht kostenlos. Je mehr benötigt wird, desto mehr muss der Generator leisten, belastet damit den Motor und dadurch auch den Verbrauch. Also typische Stromfresser wie Sitzheizung, heizbare Scheiben und Spiegel immer so schnell wie möglich wieder ausschalten.

Gewicht und Luftwiderstand reduzieren. Jedes Kilo, das im Auto mitfährt, muss bei jedem Anfahren beschleunigt werden und erhöht den Rollwiderstand. Also Kofferraum und Ablagen entrümpeln. Außerdem nicht benötigte Dachboxen und Fahrradträger etc. demontieren, sobald diese nicht mehr benötigt werden.

Reifendruck beachten. Viele Leute prüfen den viel zu selten. Auch die seit 2012 vorgeschriebenen Kontrollsysteme melden sich erst bei erheblichem Druckverlust. Also den vorgeschriebenen Druck einstellen plus 0,2 bar, das senkt den Rollwiderstand ein wenig, ohne den Komfort zu sehr zu beeinträchtigen. Der Wert sollte aber keinesfalls höher sein als der zulässige Maximaldruck für das vollbeladene Fahrzeug.

Übrigens steigern auch üppige Breitreifen die Spritkosten. Wer dauerhaft sparen will, fährt die schmalste zugelassene Größe. Und zwar jetzt bald mit Sommerreifen, denn Ganzjahres- oder gar Winterreifen können mit ihrer weichen Gummimischung zu einem höheren Verbrauch im Sommer beitragen.

Wartung nicht vernachlässigen. Wer geringen Kraftstoffverbrauch anstrebt, sollte Verschleißteile, wie Luftfilter und Zündkerzen, regelmäßig erneuern lassen. Wenn es für den Motor freigegeben ist, kann auch Leichtlauföl eine messbare Einsparung erzielen, das gleiche gilt für Schalt- und Achsgetriebe. Aber auch defekte Bauteile, wie zum Beispiel Lambdasonden, können einen Mehrverbrauch bewirken, ohne dass eine Störung fühlbar wird.

Im Zweifel kann es also nie schaden, das Auto bei der Werkstatt vorzustellen und auf Sparpotenzial zu untersuchen. Denn manche Spritfresser lassen sich nur mit einem Diagnosecomputer entlarven. Das Geld fürs Auslesen des Fehlerspeichers ist also immer gut angelegt.

Quelle: www.kfzgewerbe.de
Bild: Aleksei – stock.adobe.com

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