Dachdeckerinnung für den Kreis Euskirchen

Die Aufsteiger

Wie spannend und vielseitig das Dachdeckerhandwerk ist, präsentierten drei junge Kollegen der Kirchheimer Firma Büschkes bei der Berufsmesse „Quo vadis“ in der Euskirchener Marienschule – Herzen aus Schiefer geschlagen und hoch hinaus mit dem Kran

 

Euskirchen – Auf dem Schulhof der Euskirchener Marienschule klirren Hammer und Schiefer. Vor einer Holzbank liegen Schieferreste und die entsprechenden Werkzeuge. Neugierige Schülerinnen und Schüler drängen sich um die Bank, wo Luis Jentsch gerade zeigt, wie man aus einer Schieferplatte ein Herz schlägt. „Man arbeitet nur selten mit Schiefer, vielleicht zwei- bis dreimal im Jahr“, erklärt der Auszubildende im zweiten Lehrjahr, „aber es ist eine ganz besondere Aufgabe.“ Mit ruhiger Hand zeichnet er die Form vor, dann greift ein Schüler beherzt zum Schieferhammer, um den Stein über der Schieferhaubrücke in Form zu bringen.

So sah es beim Stand des Kirchheimer Dachdeckerbetriebs Büschkes auf der Berufsmesse Quo Vadis aus und der Andrang war groß. Mit gleich drei jungen Gesichtern aus dem Team zeigte das Euskirchener Traditionsunternehmen, wie spannend und vielseitig das Handwerk ist.

Das Besondere an „Quo vadis“: Junge Abiturientinnen und Abiturienten der Marienschule kehren nach einigen Jahren zurück, berichten von ihren Wegen in Studium oder Ausbildung und bringen teilweise sogar ihre Betriebe mit. So entsteht eine Messe von Ehemaligen für die nächste Generation.

Mit 25 Jahren schon Meister: Eric Altmeyer brachte bei der Berufsmesse „Quo vadis“ Schülerinnen und Schüler wie Sophia Ingenhaag mit dem Dachdeckerkran hoch hinaus. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress


Höhenangst? Auf keine Fall!

Für Luis Jentsch stand schon früh fest, dass er „etwas Handwerkliches“ machen wollte. Nach Praktika in verschiedenen Berufen entschied er sich für die Ausbildung bei Büschkes. „Steildächer finde ich am spannendsten“, sagt er. „Da ist jede Arbeit anders – die Materialien, die Dachform, die Konstruktionen. Das macht es abwechslungsreich.“ Seine Gesellenprüfung rückt langsam näher, und die Freude auf das, was kommt, ist ihm anzumerken.

An seiner Seite steht Sarah Ismar, Auszubildende im dritten Lehrjahr. Auf die Frage nach Höhenangst winkt sie lachend ab: „Nein, auf keinen Fall!“ Dass ihr Beruf körperlich fordernd ist, verschweigt sie nicht. „Natürlich ist das anstrengend, aber es gibt Techniken und Hilfsmittel, um sich die Arbeit leichter zu machen.“ Diese und andere Fragen beantwortet sie geduldig am gemeinsamen Stand mit der Kreishandwerkerschaft Düren-Euskirchen- Heinsberg. Es sind Fragen, die  junge Frauen im Handwerk immer wieder hören. Insgesamt fällt ihre Antwort eindeutig aus: Sie hat ihren Traumberuf gefunden, den sie auch anderen jungen Frauen gerne ans Herz legt.

26 Meter in die Höhe

Ein weiterer Höhepunkt stand auf dem Schulhof bereit: der große Kran der Firma, mit dem die Schülerinnen und Schüler bis zu 26 Meter hoch hinausfahren durften. Meister Eric Altmeyer, gerade einmal 25 Jahre alt, steuerte den Korb. „Am Ende sind alle bis ganz nach oben mitgefahren – keiner hat vorher abgebrochen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Die Fahrt nach oben nutzt er für Gespräche: Welche Fächer liegen dir? Kannst du dir eine Ausbildung vorstellen? „Das ist die beste Gelegenheit, direkt ins Gespräch zu kommen“, findet er.

Altmeyer ist der Neffe von Firmenchef André Büschkes und selbst ein Beispiel dafür, wie junge Menschen Karriere im Handwerk machen können. Nach der Ausbildung arbeitete er in verschiedenen Betrieben quer durch Deutschland, machte den Meister und kehrte schließlich zurück in den Familienbetrieb.

Handwerk mit Herz: Sarah Ismar ist im dritten Lehrjahr bei Büschkes und ist der beste Beweis dafür, dass das Handwerk keine Männerdomäne bleiben muss. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress


Handwerk mit Herz und Zukunft

Für die Marienschülerinnen und -schüler war der Stand von Büschkes sehr gefragt bei der Messe. „Diese praktischen Angebote – Schiefer bearbeiten, im Kran hochfahren – sind das, was die jungen Leute begeistert“, sagt Firmenchef André Büschkes. Schon zum dritten Mal ist sein Betrieb bei „Quo Vadis“ dabei. Dass die Firma in fünfter Generation geführt wird, zeigt, dass Tradition und Zukunft im Dachdeckerhandwerk zusammengehören.

Und genau diese Zukunft verkörpern Sarah, Luis und Eric. Wenn sie den Beruf vorstellen, geschieht das auf Augenhöhe: Junge Menschen werben bei jungen Menschen für das Handwerk – aus Überzeugung, mit Begeisterung und manchmal auch mit einem atemberaubenden Blick von ganz oben.

pp/Agentur ProfiPress

 

 

 

 

 

 

 

Junge Menschen werben bei jungen Menschen für das Handwerk. Das war die Mission von Eric Altmeyer (v.l.), Sarah Ismar und Luis Jentsch vom Dachdeckerbetrieb Büschkes bei der Berufsmesse der Marienschule Euskirchen. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Düren – Euskirchen – Heinsberg machte Sarah Ismar generell Werbung für das Handwerk. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Fast fertig: Unter der Anleitung von Lehrling Luis Jentsch gelang es den Schülern am Ende immer dem Schiefer ein Herz zu entlocken. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Gute Laune bei der Präsentation seines Handwerks hat Lehrling Luis Jentsch. Beim Kirchheimer Traditionsunternehmen Büchkes absolviert er eine Dachdecker-Lehre und zeigte den Marienschülern wie man Schieferherzen herstellt. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Meisterhafte Dächer, moderner Fuhrpark: Zum dritten Mal waren die Dachdecker der Firma Büschkes bei „Quo vadis“ der Marienschule am Start. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
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