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Holzstaub am Arbeitsplatz kann Krebs auslösen

Holzstaub ist im Handwerk eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Gesundheit. Die beim Schneiden und Schleifen von Holz verursachten Stäube können – bei anhaltendem Kontakt – allergische Atemwegsreaktionen wie Schnupfen, Hauterkrankungen und Asthma herbeiführen. Seit langem steht der Staub von Hart- und Zierhölzern aber auch im Verdacht, eine Ursache für Nasenkrebs zu sein. Manche Experten gehen davon aus, dass die Gefahr der Krebserkrankung nicht von den Hölzern selbst ausgelöst wird, sondern von den darin verarbeiteten Sekundärstoffen (beispielsweise Leim, Lösemittel, Holzschutzmittel, Beizen und Lacke). Dennoch ist es der anfallende Holzstaub, der diese Gefahrstoffe in den menschlichen Körper transportiert.

Aus diesem Grund gilt Nasenkrebs seit 1985 als anerkannte Berufskrankheit. Voraussetzung: Die erkrankte Person war über einen langen Zeitraum regelmäßig Eichen- oder Buchenholzstäuben ausgesetzt. Die gute Nachricht: Wird der Nasenkrebs rechtzeitig erkannt, ist meist eine vollständige Heilung durch die operative Entfernung des Tumors möglich. Je früher eine Veränderung des Gewebes festgestellt wird, desto geringer und erfolgversprechender ist der operative Aufwand.

 

Das können Arbeitgeber gegen Holzstaub tun

Es gibt heute vielfältige technische Möglichkeiten, den Arbeitsplatz weitgehend oder sogar komplett staubfrei zu halten:

 

Absauganlagen

Im Bereich der stationären Maschinen ist das Hauptanliegen die zentrale Absaugung des Holzstaubes an der Entstehungsstelle. Hier gibt es unterschiedlichste Konzepte, aus denen Sie als holzverarbeitenden Betriebe das jeweils optimale System wählen können. Der Arbeitsbereich gilt als „staubgemindert“, wenn die Konzentration von Holzstaub in der Luft im Schichtmittelwert weniger als 2 mg/m³ beträgt.

 

Persönliche Schutzausrüstung

Kann der Schichtmittelwert von 2 mg/m³ nicht eingehalten werden, beispielsweise beim Parkettschleifen, muss der Arbeitgeber den Beschäftigten Atemschutzmasken und Schutzbrillen zur Verfügung stellen. Das Tragen des Atemschutzes ist allerdings nur für begrenzte Zeit zumutbar und auf das unbedingt erforderliche Mindestmaß zu beschränken.

Auf Wunsch muss den Angestellten auch bei einer geringeren Staubkonzentration eine persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt werden. Geeignete Atemschutzgeräte bei Hartholzstaubbelastung sind: Halb-/Viertelmasken mit P2-Filtern, partikelfiltrierende Halbmasken FFP2, Filtergeräte mit Gebläse TM 1P und Filtergeräte mit Gebläse und Helm TH2P.

 

Profi-Equipment

Gute Elektrowerkzeuge wie Exzenter- oder Schwingschleifer verfügen heute durchgehend über Absaugstutzen für den Betrieb in der Werkstatt, beziehungsweise über ansteckbare Staubfilter und -sammelbehälter für den mobilen Einsatz. Arbeitgeber sollten regelmäßig überprüfen, ob alle Mitarbeiter diese wirkungsvollen Optionen auch konsequent nutzen.

 

Reinigung

Sie sollten darauf achten, dass alle Holzbearbeitungsmaschinen regelmäßig und gründlich von Stäuben gereinigt werden.

 

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Ein wesentlicher Aspekt ist auch die Aufklärung aller Mitarbeiter über Gesundheitsgefahren. Daneben sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll, die zum Beispiel vom Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischen Dienst der BG BAU (ASD der BG BAU) durchgeführt werden. Die Vorsorge schließt eine fachärztliche Untersuchung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt ein. Auch nach Beendung der beruflichen Tätigkeit sollten betroffene Personen die sogenannten nachgehenden Untersuchungen wahrnehmen. Die Kosten hierfür trägt die BG BAU.

 

 

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