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Drei Tipps für mehr Balance im Betrieb

Altersgerechte Arbeitsplätze

Wir werden immer älter. Was für den Einzelnen wünschenswert ist, zieht tiefgreifende Veränderungen im Rentensystem nach sich: Das Renteneintrittsalter wurde in den vergangenen Jahren immer wieder angehoben. Für Führungskräfte aus dem Handwerk bedeutet das: Sie müssen sich etwas einfallen lassen, damit ältere Mitarbeiter auch in späten Berufsjahren motiviert und vor allem gesund bleiben. Denn eines ist klar: Dank ihrer Erfahrung tragen ältere Mitarbeiter viel dazu bei, dass ein Unternehmen gut funktioniert. Gleichzeitig können sie aber manchmal einfach nicht mehr die gleichen Aufgaben übernehmen wie jüngere Kollegen. Was die Arbeitsverteilung und Arbeitsplatzgestaltung angeht, müssen Führungskräfte Lösungen finden, um auch ältere Beschäftigte weiterhin einzubinden. Drei Tipps, wie altersgerechte Arbeitsbedingungen umgesetzt werden können:

 

1. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter
Obwohl das Umfeld in mittelständischen Handwerksbetrieben oft familiär ist, wird meist wenig über Themen wie Gesundheit, Arbeitsverteilung und Weiterbildungswünsche gesprochen. Oft trauen sich auch gerade ältere Arbeitnehmer nicht anzusprechen, dass sie bestimmte Aufgaben nicht mehr ohne Schmerzen oder nur noch unter größter Anstrengung bewältigen können, weil sie Angst haben, ihren Job zu verlieren oder nicht mehr eingebunden zu werden. In diesem Fall können regelmäßige Mitarbeiterbefragungen helfen. Gehen Sie konkret auf das Team zu und schaffen Sie ein vertrauensvolles Umfeld.

 

2. Verteilen Sie Arbeiten altersgerecht
Bei einer altersgerechten Arbeitsverteilung geht es nicht um eine komplette Neuorganisation der Arbeitsabläufe. Die körperliche Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters sollte bei der Vergabe einer Aufgabe dennoch berücksichtigt werden. Schweres Arbeitsmaterial zur Baustelle zu tragen, fällt einem jüngeren Mitarbeiter sicher leichter als einem älteren. Dieser ist dafür besser in einer beratenden Funktion. Schließlich können gerade ältere Kollegen einem Betrieb mit ihrer Erfahrung in vielen Belangen weiterhelfen. Bei der altersgerechten Organisation von Arbeit ist es effektiv, die gesamte Belegschaft mit einzubeziehen. Einerseits kommt dann nicht das Gefühl auf, einzelne Mitarbeiter würden bevorzugt und andere unfair behandelt. Andererseits nutzen Sie hier das „Expertenwissen“ der Mitarbeiter an den einzelnen Arbeitsplätzen. Auch die Zuteilung von „Hilfsaufgaben“ an Ältere sollte vermieden werden, da dies als herablassend empfunden wird oder zu Missgunst führen kann.

 

3. Investieren Sie in Ergonomie und Technik
Eine weitere konkrete Maßnahme, um ältere Mitarbeiter zu unterstützen, ist der Einsatz von moderner Technik, um sie bei anstrengenden Arbeiten zu entlasten. Bei repetitiven, sprich: sich ständig wiederholenden oder Tätigkeiten mit Handwerkzeugen, die große Kraft erfordern, kann es zu Überlastungserscheinungen kommen. Auch wenn die meisten Beschäftigten sich an die Anforderungen ihrer Arbeit anpassen können, kommen Berufskrankheiten oder andere Erkrankungen, die zu einer Erwerbsunfähigkeit führen können, vor. Deswegen ist es wichtig, gerade älteren Mitarbeitern die richtige Technik zur Verfügung zu stellen, um körperliche Belastungen so gering wie möglich zu halten. Konkret geht es um ergonomische Werkzeuge, die unnatürliche Belastungen reduzieren und so nachhaltig vor Überlastungen und daraus resultierenden Beschwerden schützen. Die Anschaffung von ergonomischen Werkzeugen kann teuer sein, sie ist aber auch eine Investition in die Zukunft. Auch die Gestaltung von ergonomischen Arbeitsplätzen, wie beispielsweise die Anschaffung von hochwertigen Stühlen oder höhenverstellbaren Stehpulten, kann sich lohnen. Ein mindestens ebenso wichtiger Hebel, den es anzusetzen gilt, ist es, die Beschäftigten zu einem gesunden Lebens- und Arbeitsstil zu motivieren. Eine gute Möglichkeit hierzu bieten die BGM-Angebote der IKK classic für Betriebe.

Häufige Probleme bei der Umsetzung
Es ist klar, dass diese Maßnahmen nicht in jedem Betrieb gleichermaßen umsetzbar sind. Der finanzielle Aufwand kann vor allem bei der Anschaffung von ergonomischen Werkzeugen oder der Weiterbildung älterer Mitarbeiter schwer zu stemmen sein.
Ein weiteres Problem: Vor allem in kleinen Betrieben müssen alle Mitarbeiter alle Arbeitsschritte ausführen können. Die Idee, einen älteren Kollegen als Berater einzustellen und dazu beispielsweise einen Auszubildenden einzustellen, ist aus finanzieller Perspektive für viele Meister nicht mehr als ein Anlass zum Schmunzeln. In solchen Situationen kann es helfen, sich bei der Handwerkskammer oder der IKK classic über Handlungsoptionen zu informieren.

Weitere Tipps zum Thema finden Sie im IKK-Onlinemagazin:
www.ikk-classic.de/ altersgerechte-arbeitsplaetze