Unterschätzte Gefahr: Stromschlag

Der folgende Artikel zeigt, warum Stromschläge oft unterschätzt werden und welche gesundheitlichen Risiken von elektrischem Strom ausgehen, sowohl im Alltag als auch Arbeitsplatz.

Ob im Haushalt oder bei der Arbeit: Elektrischer Strom kann gefährliche Folgen für den Körper haben.

In den letzten Jahren ist die Zahl der gemeldeten Stromunfälle kontinuierlich gestiegen. Besonders häufig treten sogenannte Niedrigstromunfälle auf – also bei Spannungen bis 1.000 Volt, wie sie etwa aus einer normalen Steckdose mit 230 Volt kommen.

Viele kennen das Gefühl, „eine gewischt“ zu bekommen, also einen kurzen Stromschlag mit niedriger Spannung. Diese Stromstöße sind meist harmlos, können aber durchaus schmerzhaft sein. Für gesunde Erwachsene stellen sie in der Regel keine Gefahr dar. Anders ist es bei Kindern: Sie sind bei Stromunfällen besonders gefährdet, weil unter anderem ihr Körper kleiner und leichter ist, ihre Organe und das Nervensystem noch nicht vollständig entwickelt sind und ihre Haut dünner und damit leitfähiger ist. Besonders gefährlich, egal ob für Erwachsene oder Kinder, wird es bei Hochspannung über 1.000 Volt. Etwa bei einem Blitzschlag oder Starkstromleitungen. Solche Unfälle führen fast immer zu schweren inneren und äußeren Verletzungen.

Typische Symptome sind:

  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl an der betroffenen Stelle
  • Muskelzuckungen oder -verkrampfungen Schmerzen oder Brennen an Ein- und Austrittspunkten
  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen
  • In schweren Fällen: Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Herzstillstand

Ein Stromschlag kann akute und auch verzögert auftretende Beschwerden verursachen. Zu den akuten Folgen zählen Verbrennungen an Ein- und Austrittspunkten, Herzrhythmusstörungen, Muskelverletzungen und Bewusstseinsstörungen. Langfristig können neurologische Probleme wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Lähmungen sowie psychische Beschwerden wie Angst oder Schlafstörungen auftreten.

Besonders gefährlich ist ein Stromfluss durch den Brustbereich oder bei Starkstromunfällen. Ärztliche Hilfe ist in jedem Fall ratsam – insbesondere bei Bewusstlosigkeit, Herzrasen, Atemnot, sichtbaren Verbrennungen, anhaltenden Muskelzuckungen oder wenn Kinder oder Schwangere betroffen sind. Auch bei zunächst leichten Symptomen sollte ein EKG zur Kontrolle der Herzfunktion durchgeführt werden, da Herzrhythmusstörungen oft verzögert auftreten können.

Mehr zum Thema: Wenn jemand einen Stromschlag erleidet, ist schnelles und richtiges Handeln entscheidend. Die wichtigsten Sofortmaßnahmen finden Sie im IKK-Onlinemagazin:

Quelle: IKK classic, Foto: Adobe Stock

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