Kreishandwerkerschaft Heinsberg

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Auf kleinem Raum großen Komfort genießen

Sichere und zukunftsfähige Elektroplanung für das Tiny House

Stark gestiegene Preise für Mieten, Grundstücke und Häuser führen dazu, dass viele Menschen sich nach alternativen Wohnformen umschauen. Weil jeder Quadratmeter Wohnraum ein teures Gut ist, ist Minimalismus auch in Bezug auf Hausbau so angesagt wie nie. Tiny House Living – früher ein Wohnkonzept für gesellschaftliche Aussteiger – hat sich mittlerweile zu einem zukunftsreichen Markt entwickelt.

An immer mehr Orten in Deutschland entstehen Tiny-House-Siedlungen für kostengünstigeres – und nachhaltigeres Wohnen. Denn wo weniger Fläche für Häuser versiegelt wird, wird auch die Umwelt weniger belastet. Gleichzeitig soll ein Heim, so klein es auch sein mag, einen gewissen Wohnkomfort bieten. Hierfür dürfen die elektrische Ausrüstung und die Sicherheit nicht zu kurz kommen.

Sichere Stromversorgung im Tiny House

Tiny-, Mini- und Container-Häuser werden in der Regel wie andere Wohnhäuser auf erschlossenen Grundstücken aufgestellt. Alternativ können Tiny Houses auch als Ferien- oder Freizeitwohnsitz auf Campingplätzen aufgestellt sein. Die Stromversorgung kann entweder über eine steckbare Verbindung oder einen festen Anschluss erfolgen.

In beiden Fällen muss der Schutz gegen elektrischen Schlag und Überstrom wirksam sein. Bei derart kompakten Gebäuden, wie dem Tiny House, darf die Elektroverteilung allerdings nicht übermäßig viel Platz einnehmen. Die normativen Forderungen an die Schutzorgane können mit kompakten Schutzgeräten in Form von FI/LS-Schaltern oder AFDD mit integriertem Leitungsschutz erfüllt werden. Die Schalter werden ohne großen Aufwand in den Installationsverteiler integriert.

Für eine individuelle Beratung und die Installation sollte unbedingt ein qualifizierter Elektroinnungsfachbetrieb beauftragt werden, zu finden unter www.elektrobetrieb-finden.de. Die Spannungsversorgung der Anlage darf bei Einphasen-Wechselstrom 230 V und bei Dreiphasen-Drehstrom 400 V nicht überschreiten. Um die Verfügbarkeit der Anlage zu gewährleisten, ist es ratsam, die Installation im Haus auf mindesten zwei Stromkreise aufzuteilen, um zu verhindern, dass es im Fehlerfall zu einem kompletten Ausfall der elektrischen Versorgung und Beleuchtung kommt.

Für Komfort ist immer Platz: Die Ausstattung im Tiny House

In Tiny Houses findet auf kleiner Fläche das gesamte heimische Leben statt. Deshalb ist der kompakte Wohnraum auch mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad, WC und Küche vollumfänglich ausgestattet. Und auch der elektrische Ausstattungsgrad soll in nichts nachstehen. Die Anzahl an Steckdosen und Festanschlüsse für Beleuchtung und bestimmte Betriebsmittel richtet sich nach DIN 18015-2 entsprechend der Raumnutzung und Wohnfläche.

Um Platz einzusparen, sind Steckdosen mit integrierten USB-Anschlüssen und Schnellladefunktion sinnvoll: Sie ermöglichen das gleichzeitige und schnelle Aufladen unterschiedlicher Elektrogeräte. Für maximalen Komfort kann auch auf kleiner Fläche ein Smart-Home-System sorgen. So wird die Ausstattung – von der Beleuchtung bis zum Sonnenschutz – auf intelligente Weise miteinander vernetzt und kann bequem per App gesteuert werden. Der E-CHECK IT der Elektroinnungsfachbetriebe stellt sicher, dass alle Datennetze und Sicherheitseinrichtungen einwandfrei sind.

Nachhaltiges Energiemanagement auch auf kleinem Raum

Wer sich für ein Tiny-, Mini- oder Container-Haus entscheidet, dem liegt meist auch das Thema Nachhaltigkeit am Herzen. Dem Einsatz von erneuerbaren Energien kommt beim Tiny Living deshalb eine große Rolle zu. Aus diesem Grund nutzen viele Bewohnerinnen und Bewohner eines Mini-Hauses in erster Linie Solarenergie.

Diese wird beispielweise über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach oder eine Mini-PV-Anlage gewonnen und deckt im Idealfall 60 Prozent des durchschnittlichen Energiebedarfs. Mini-PV-Anlagen bestehen aus einem PV-Modul mit integriertem Wechselrichter. Die Einspeisung solcher Anlagen bis 600 W können über einen Endstromkreis erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Erzeugungsanlage am Endstromkreis über eine spezielle Steckvorrichtung oder über einen festen Anschluss angeschlossen ist.

Für die Einspeisung ist es wichtig, einen separaten Stromkreis vorzusehen. Für Besitzerinnen und Besitzer einer Photovoltaikanlage empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen den E-CHECK PV durchführen zu lassen und die Anlage auf ihre Sicherheit und Leistungsfähigkeit zu überprüfen. Auch den E-CHECK PV führt der qualifizierte Fachbetrieb durch, der Tiny-House-Interessierten bei der Planung mit Rat und Tat zur Seite steht. Weitere Informationen zum E-CHECK finden Interessierte unter www.e-check.de.

Quelle: www.zveh.de
Bild: ppa5 – stock.adobe.com

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