Schreiner-Innung Fulda-Hünfeld

„Ihr seid die Zukunft, die Säulen unseres Handwerks“ Schreiner-Innung Fulda-Hünfeld spricht 18 Gesellinnen und Gesellen feierlich frei

In den vergangenen drei Jahren arbeiteten sie voller Ehrgeiz und Zielstrebigkeit auf ihren Ausbildungsabschluss hin und jetzt war es so weit: 18 frisch gebackene Schreinerinnen und Schreiner erhielten im Rahmen einer feierlichen Freisprechungsfeier der Schreiner-Innung Fulda-Hünfeld in der Propstei Johannesberg ihre Gesellenbriefe.

Der stellvertretende Obermeister, Dominik Frohnapfel, hieß die neuen Fachkräfte mit ihren Familien, die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft (KH) Fulda, Gabriele Leipold, sowie ihre Stellvertreterin Silke Eiter, den Landtagsabgeordneten Thomas Hering, die beiden Geschäftsführer der Propstei Johannesberg gGmbH, Jürgen Krieg und Uli Thümmler, und die Vertreterinnen und Vertreter der Konrad-Zuse-Schule sowie der BBZ Mitte GmbH im Innenhof des Propsteigeländes willkommen.

„Ihr habt Eure Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und seid nun echte Schreiner-Gesellinnen und -Gesellen“, richtete sich der stellvertretende Obermeister an die Nachwuchskräfte. Sie alle hätten „unverwechselbare Einzelstücke“ konstruiert. „Ihr erschafft Werke, die Menschen begeistern, wie es nur wenige andere tun“, lobte er. Außerdem ermutigte Frohnapfel die neuen Fachkräfte dazu, neugierig und offen für zukünftige Entwicklungen zu bleiben. „Das Lernen hört hier und heute nicht auf. Ihr habt nun die Chance, über den Tellerrand hinauszuschauen.“ Er hob außerdem hervor, welch wichtigen Beitrag die Familien, das Lehrpersonal sowie die Ausbildungsbetriebe auf dem Weg der Ausbildung geleistet hatten. Abschließend richtete der stellvertretende Obermeister noch eine Bitte an die Junggesellinnen und Junggesellen: „Behaltet euch die Leidenschaft für unser Schreinerhandwerk bei.“

Auch Obermeister Dieter Klüber gratulierte den frisch ausgelernten Schreinerinnen und Schreinern und warf einen kurzen Blick auf deren Ausbildungsbeginn vor drei Jahren, der jetzt mit der Vergabe der Gesellenbriefe ein erfolgreiches Ende fand. Er gab den neuen Fachkräften mit auf den Weg, dass ihnen dieser nun vergebene Titel sämtliche Türen und Tore für die Zukunft öffne und betonte: „Ihr seid die Zukunft, die Säulen unseres Handwerks. Bitte nutzt die damit verbundenen vielfältigen Möglichkeiten.“

Der Landtagsabgeordnete Thomas Hering schloss sich den Glückwünschen an und hob hervor, was für ein „ehrlicher Beruf“ Schreinerin und Schreiner sei: „Sie müssen
handwerklich liefern. Das haben Sie getan und werden es auch künftig tun.“ Das Werkzeug stehe dabei für ihn symbolhaft für das „Anpacken“, weil es in die Hand genommen werden müsse, um etwas zu erschaffen. Zudem betonte er, wie stolz er sei, dass die Handwerksberufe in der Region einen solch hohen Stellenwert einnähmen, „das ist für mich ein Zeichen der Ehrlichkeit und der Authentizität“.

Jürgen Krieg und Uli Thümmler von der Propstei Johannesberg gGmbH richteten sich ebenfalls mit lobenden Worten an die Absolventinnen und Absolventen: „Wir freuen uns, dass eine neue Generation an Handwerkerinnen und Handwerkern die Ausbildungsbetriebe verlässt.“ Schön sei außerdem, dass für die Freisprechungsfeier ein Ort gewählt wurde, an dem „das Handwerk zu Hause ist“.

Tim Döppner, der seine Ausbildung bei der Schreinerei Martin Weisbeck erfolgreich absolviert hatte, blickte in seiner Ansprache auf den ersten Tag seiner Ausbildung zurück, an dem er eine Begegnung mit einem Putzer gehabt habe, die ihn nachhaltig in seiner Entscheidung für die Ausbildung bestärkte: „Ich wollte etwas schaffen, wovon die Menschen etwas haben.“ Dabei habe ihn vor allem sein Ausbildungsbetrieb unterstützt. „Es gab einige große und viele kleine Projekte, bei denen ich viel dazulernen durfte.“ Angst vor Fehlern hätte er nie haben müssen, da stets die Devise galt, dass man aus Fehlern nur lernen könne. Auf seine berufliche Zukunft blickte Tim Döppner zuversichtlich: „Mit dem Wissen und den Erfahrungen aus der Ausbildungszeit werde ich meinen weiteren Weg gehen. Das Handwerk ist schließlich nicht nur ein Beruf, sondern eine Lebenseinstellung.“

Anlässlich der Freisprechungsfeier wurden Theo Felix Block (Loheland Stiftung), Tim Döppner (Schreinerei Martin Weisbeck) und David Mihm (Schreinerei Mihm GmbH) als Prüfungsbeste ausgezeichnet.

Für den bundesweiten Wettbewerb „Die Gute Form“ wurden die Gesellenstücke noch einmal von einer unabhängigen Experten-Jury bewertet. Mitglieder der Jury waren Ulrich Barnickel (Deutscher Bildhauer), Nicholas Bredel (Geschäftsführer der SCHOENE AUSSICHT Ideenagentur GmbH) und Peter Sichau (Architekt aus Fulda). Auf Innungsebene wurden für diesen Wettbewerb Philipp Geistlinger (Kiel Möbeldesign, Stephan Mihm e. K.), Andi Oberländer (Matthias Sauerbier GmbH & Co. KG, Holzwerkstätten) und Tim Döppner (Schreinerei Martin Weisbeck) ausgezeichnet. Belobigt wurden außerdem Rosa Farnung (Joachim Weber e. K., Bau- und Möbelwerkstätten), Antonia Ullrich (Matthias Kirchner rhönwerk – Möbel & Raumdesign), David Mihm (Schreinerei Mihm GmbH) und Lorenz Quinkler (SCHRAMM – Die Schreiner GmbH & Co. KG). Dass es in diesem Jahr so viele Auszeichnungen gab, habe vor allem an der äußerst hochwertigen und individuellen Arbeit der frisch ausgelernten Schreinerinnen und Schreiner gelegen. „Gerade in diesem Landstrich ist ein besonders hohes Qualitätsniveau im Holzhandwerk zu beobachten“, schloss die Jury anerkennend. Das Unternehmen VOMBERG sowie die Adam Berkel GmbH hatten Präsente für die Prüfungsbesten und die Sieger des Gestaltungswettbewerbs gesponsert.

Die vielfältigen Gesellenstücke konnten vor und nach der Freisprechungsfeier bewundert werden, darunter waren zum Bespiel eine Vitrine, ein Roto-Desk, aber auch TV- und Side-Boards oder ein Schreibtisch. Der Abend klang nach den Auszeichnungen und dem Überreichen der Gesellenbriefe gemütlich aus.

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