Bundesverband der Kreishandwerkerschaften

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Brotmomente unter freiem Himmel

Snacken im Grünen mit Thermoskanne, Sandwich und Tupper
Liebespaare dürfen es schon jetzt, Gruppen wohl bald: Gemeinsam raus in den Park, Picknickdecke ausbreiten und beim Schlemmen im Freien echte Brotmomente genießen. Viele Backfans wissen es schon lange: Ins Gebäck zu beißen, sich dabei die Sonne ins Gemüt scheinen und frische Luft um die Nase wehen zu lassen, verstärkt das Geschmackserlebnis und macht Brotmomente noch intensiver, als sie sowieso schon sind.

Schon die alten Griechen aßen gern gemeinsam draußen, und am 18. Juni begehen wir sogar jährlich den „Internationalen Tag des Picknicks“. Trotzdem brauchte es Jahrhunderte, bis das Picknick zur Massenbewegung wurde. Wie erlangte das Snacken im Grünen seine heutige Bedeutung? Und was haben Königin Victoria, Reinhold Burger, Lord Sandwich und Earl Tupper damit zu tun?

Picknick
Es begann mit „Pique-Nique“ im Adel Frankreichs…
Der Begriff „Pique-Nique“ wurde Ende des 17. Jahrhunderts erstmals offiziell ins Wörterbuch aufgenommen. Es bedeutete schon damals ein gemeinsames Mahl zum Vergnügen, zu dem jeder etwas beisteuert. Jeder, das hieß in diesem Fall der Adel in Frankreich. Ihm war das Essen bei Hofe zu öde geworden. Allerdings, behaupten manche, habe das Picknick, wie wir es kennen, seinen Ursprung auf der anderen Seite des Ärmelkanals: In England.

… und wurde zur Massenbewegung in England
Auch Königin Victoria adelte Anfang des 19. Jahrhunderts das gemeinsame Essen im Freien. Sie machte das Picknick in England zum Trend, und mit der Zeit entdeckten es immer mehr Bürger auch für sich. Kein Wunder, denn mit der beginnenden Industrialisierung wurde ein Ausflug raus aus der grauen Stadt zum erholsamen Vergnügen. Erfindungen wie das Fahrrad, die Eisenbahn und das Auto machten das Picknick in der Natur für immer mehr Menschen möglich und den Trend der Wohlhabenden zur Massenbewegung.

Das Picknick professionalisierte sich und wurde immer komfortabler. Bald entstanden Picknick-Körbe und eigene Koffer mit Tellern und Besteck. Ein deutscher Tüftler namens Reinhold Burger funktionierte eine Kühltechnik für Impfstoffe um und meldete Anfang des 20. Jahrhunderts die Thermoskanne zum Patent an.

Auch die Amerikaner trugen ihren Teil zum Picknick-Kult bei, als Earl Tupper die Frischhalte-Dose erfand. So war der internationale Trend geboren und das Backhandwerk tat sein Übriges, um den Genuss mit Leckereien für jeden Geschmack zu verfeinern. Dass ein gewisser Lord Sandwich Liebhabern von Gebäck dazu verholfen haben soll, Brot aus einer Hand zu essen, sei hier nur am Rande erwähnt.

Für echte Brotmomente beim Picknick sorgen dann doch eher Laugengebäck, wie Brezeln, Mini-Partybrötchen oder auch ofenfrisches Baguette. Wer’s süß mag, kann auf Muffins, Gugelhupfe im Miniformat oder Rührkuchen im Glas setzen.

Picknick fängt Zuhause an
Ob süß oder deftig, der Genuss auf der Decke sollte handlich sein. Pärchen, Freunde, Familien und alle, die sich jetzt aufs gemeinsame Picknick-Erlebnis vorbereiten und richtig planen, verlängern ihre Brotmomente unter freiem Himmel und vergeuden später keinen Sonnenstrahl. Schließlich fängt Picknick Zuhause an: Die Vorbereitung ist das halbe Schlemmen.

Neben Gebäck, Getränken, Obst und Salaten dürfen gewisse Utensilien nicht fehlen. Man denke nur an Mückenspray oder Korkenzieher. Was noch zur Ausrüstung gehört und welche Back-Rezepte sich besonders fürs Picknick eignen, lesen Sie in unserem Artikel „Sommerliches Picknick – Genießen im Grünen!“

Quelle: www.innungsbaecker.de
Bild: www.stock.adobe.com